Internationale Wildwasserfahrt vom 17.06. bis 25.06.2000
an die Inn- Schluchten, Landeck und Scharnitz
vom 01.06.2000 bis 04.06.2000


Leider die letzte, längere Tour für mich in diesem Jahr war unsere "internationale Tour".

Über das Internet und hier über die Newsgroup rec.boat.paddle habe ich Wilko aus den Niederlanden

Wilko bei seiner kleinen Zwischenmahlzeit

 kennengelernt Wir sind im Winter mal zusammen an der Rur gewesen und hatten abgesprochen, daß wir eine Tour in die Alpen machen. Gesagt, getan. Mit seinem Kumpel Niels

Auch Niels hat sich nicht mit Kleinigkeiten abgegeben

 haben wir (Insa Auf der Suche nach dem Deich... und ich) uns in Krefeld getroffen und sind zusammen nach Chapella in der Schweiz gefahren, wo wir uns mit Mark und Florian getroffen haben, die mal wieder schon einige Tage vorher dort waren. Student müßte man sein - oder Meister ...

Florian
 

Wilko hat einen Bericht in besagte Newsgroup gesetzt, welchen ich wiederum übersetzt habe. Das Orginal ist im Usenet unter rec.boat.paddle  zu finden.

Mal sehen, wo ich denn hier noch die Bilder einbaue:
 

Von: Wilko <walthanas@europe.com>
Betreff: Carnage in the Alps... (Wilko Sized Trip Report)
Datum: Montag, 26. Juni 2000 12:24

Wir sind mit ein paar deutschen Paddlern für eine alpine Wildwassertour in die Alpen gefahren. Am Samstag haben wir uns in Chapella in der Schweiz getroffen.

Sonntag, unserem ersten Paddeltag, sind wir auf dem in Inn in der Schweiz in der Giarsun- Schlucht gefahren, welche nach meinem Empfinden WW II bis IV ist. Dies war für mich der ersten Fluß in offenen Wildwasser mit meinem Quadro und bin natürlich erst einmal in einer dicken Walze hängengeblieben.

Nachdem ich erst mal ein wenige beschleunigt habe, um den Fluß zu überqueren, mußte ich wieder eine Walze passieren und habe diese kerzend verlassen. Wow!

Noch ist alles im grünen Bereich

Unser Mitfahrer Christian ist hier geschwommen, ist aber schnell an Land gekommen und weitergepaddelt. Wir haben vor der Ardezer Schlucht ausgesetzt; Mark und Florin sind noch noch die Gorge Schlucht gefahren.

Tückisch, so eine Raff- Welle

Am Montag sind mein Freund Niels und ich eine ähnliche Strecke, die Scuolo Schlucht, in meinem Topo- Duo gefahren. Einmal sind wir gekippt und hatten unsere erste Rolle unter harten Einsatzbedingungen.

Combat Roll im Topo Duo, Team NL
 
 

Die großen Stromschnellen und Löcher waren für uns eine neue Herausforderung; wir haben aber trotzdem eine saubere Linie gefunden. Christian ist mal wieder schwimmen gegangen, hatte aber auch diesmal keine Probleme.

Nein, mein Boot ist gelb !
(Das ist nicht Christian!)

Am Nachmittag sind wir nach Österreich gefahren und damit noch Zeit, einen Geburtstagskuchen zu machen; gestaltet wie ein Eskimo Gattino, Christian´s Boot.

Das Marzipan gab´s aber erst nach dem alpinen Kampfschwimmen !
(Das aber !)

Florian und ich (Wilko) sind mit Christian noch zu einer späten Paddeltour auf dem Inn aufgebrochen. Diese war in Tösens. Der Wasserstand war höher als normal, aber immer noch nicht mehr als WW IV - allerdings ohne warm fahren ging es ab dem Start zügig los.

Mir treibt´s das Wasser in die Augen, wenn ich daran zurückdenke, daß dies mal als Kurzboot bezeichnet wurde ...
Bestes Boot von Welt

Als wir nebeneinander in die Wellen fuhren und uns noch nett dabei unterhalten haben, wer denn im Falle X den Schwimmer und wer das Boot nimmt, sah ich vor Florian eine riesige Walze !

Wir sind nacheinander in das Loch gefahren; allerdings fast ohne Geschwindigkeit. Christian`s Boot hat Seitenwasser bekommen, gekentert und er ist schnell ausgestiegen. Ich bin dann in das Loch gefallen, fast rausgekommen und wurde dann rückwärts wieder eingezogen. Oh shit !

Ich habe einige Kerzen gemacht bevor ich es geschafft habe, seitwärts in der Walze zu surfen. Leider hatte ich aber kein Glück, aus der Walze zu kommen; diese war doch zu heftig und ich kenterte. Als ich die Augen aufmachte, war ich komplett unter Wasser. Ich rollte schnell wieder hoch - zu schnell, wie bemerkte, als ich das grollen der hungrigen Walze hinter mit hörte. Egal, wie stark und schnell ich auch paddelte - sie zog mich wieder zurück.

Diesmal machte ich zuerst eine Kerze und das Ganze begann wieder von vorne. Ich weiß nicht mehr, wie oft der blaue Himmel mit dem tosenden Wasser in meinem Blickfeld sich abwechselte, aber wie durch ein Wunder habe ich es dann doch geschafft, zur Seite zu kommen. Mann, daß war ein großes Loch!

Wie ich es schon bei meinen vorherigen Abenteuern in Walzen gelernt habe, wartete ich nach der Kenterung in der Walze etwas länger, um mich von der Unterströmung herausziehen zu lassen und wollte aufrollen. Mein Paddel war an der flußabwärtigen Seite, fühlte sich aber seltsam an. Nichtsdestotrotz rollte ich wieder hoch. Als ich mich wieder orientierte, sah ich einige Wellen auf mich zukommen, die zu explodieren schienen. Ich machte einen Schlag nach links, um mein Boot in die Welle zu drehen - nichts passierte.

Als ich das Paddel hinuntersah, sah ich meine Hände am 45° gedrehten Schaft mit nur noch einigen Fasern, die früher einmal miteinander verbunden waren. Ich muß mir diese Bild ein wenig zu lange angesehen haben, denn das nächste, woran ich mich erinnere, war, daß ich wieder kenterte... Diesmal hatte ich keine Möglichkeit, mich selbst zu retten; rollen mit Hand war da nicht der Hit. Zum ersten Mal seit mehr als mehr als 4 mußte ich meinen geheiligten Diabolo verlassen. Ich habe in dieser Zeit zweimal andere Diabolos verlassen müssen, aber niemals meinen "Lucky Devil" .... :-(

Als ich im Wasser war, begann ich sofort zum Ufer zu schwimmen. Mein Boot traf mich und ich verschwand in den grau- braunen Fluten für eine Weile. Als ich wieder hochkam, sah ich einige hohen Wellen über mir zusammenschlagen. Ein kurze Blick rundum bestätigte mir, daß ich mich mittendrin befand. Ich sah in einige Entfernung eine Felswand und erinnerte mich, daß die Strömung direkt drauf hinzog, befor der Fluß nach rechts abbog. So begann ich schnell zum rechten Ufer zu schwimmen. Ich hatte das Gefühl, daß ich nur sehr langsam vorwärts kam und die hohen Wellen machten es schwer, die Orientierung zu behalten.

Als ich näher an das Ufer kam, konnte ich auch sehen, daß die Wand auch immer näher kam. Florian kam an meine Seite und bot mir seine Hilfe an. Ich hielt mich an seinem Boot fest und  unterstützte ihn so gut ich konnte. Nachdem er mich in einem Kehrwasser abgesetzt hatte, fuhr er meine Boot hinterher. Ich versuchte aufzustehen und stellte fest, daß es noch zu tief hierfür war. Ich merkte, daß die Strömung mich wieder nach draußen zog. Nicht schon wieder ! Ich schwamm wie Teufel, aber nichts half, ich wurde wieder in die Strömung gezogen.

Nun wurde es schmerzhaft. Ich drifte auf die Felswand zu, gegen die der Fluß strömte, bevor es nach rechts ging. Die Wellen wurden größer und ich schwam in ein großes Loch, wobei ich auf den Stein unter dem Loch prallte. Als ich wieder hochkam, sah ich auf mein Paddel und stellte fest, daß ich nur noch eine Hälfte davon hatte - die ich dann auch wegschmiss.

Während ich versuchte, den besten Weg hier raus zu finden, stellte ich schnell fest, daß es keine gute Idee sein wird, sich hier nur passiv treiben zu lassen. Ich verschwand unter einer der großen Wellen und blieb länger unten als mir lieb war. Dann endlich konnte ich zum rechten schwimmen. Ich kam der Felswand näher und näher, immer wieder in den Wellen untertauchen und hatte trotz des vielen Wasser noch den Angstschweiß auf der Stirn stehen.

Ich begann zu fluchen und holte schon mal tief Luft für die zwangsweisen Tauchgänge, wobei diese mich mittlerweile auch sehr ermüdeten. Ich war öfters einige Zeit unter Wasser und dabei gegen irgendwas hartes geschlagen. In dem tosenden Wasser kam ich manchmal normal, manchmal auch kopfüber wieder an die Oberfläche. Als sich die Wellen ein wenig beruhigten, konnte ich mein rechtes Bein nicht mehr bewegen. Ich war so erschöpft, aber die alles in mir sagte: Nicht aufgeben !

Ich bewegte nur noch meine Arme instinktiv zum schwimmen und bemerkte, daß ich nun dem rechten Ufer näher kam. Ich sah ein kleines Kehrwasser weiter flußabwärts und machte micht dorthin auf. Als ich mit letzter Kraft dort ankam, hielt ich mich nur noch an einem Felsen fest. Nachdem ich ein wenig Luft geholt hatte, kletterte ich auf den Felsen.

Da lag ich nun, vollkommen erschöpft, nach Luft schnappend und versuchte, und versuchte das Wasser in mir wieder loszuwerden. Ich konnte noch nicht einmal einen Finger bewegen. Nach vielleicht 10 Minuten nur in die Luft starrend, darüber froh sein, das ich soweit in Ordnung war, kam der Ärger hoch.

War Florian in Ordnung ? Ich sollte eigentlich bei ihm sein ! Warum mußte das Paddel brechen ? Wo war Christian ?

Ich entschied mich, die Böschung zur nächsten Straße hoch zu klettern und eine Mitfahrgelegenheit zu meinem Auto zu bekommen. Als ich aufstand, fiel ich direkt wieder hin.

Uh- oh- was war das ? Ich fühlte, daß mein rechtes Bei geschwollen war und würde nicht unbedingt mein Gewicht tragen könnte. Ich streckte es und es fühlte sich von unterhalb meines Knies und an der Außenseite nicht gut an.

Also schlich ich meinen Weg nach oben und kam zu einem Zaun. Da ich mit meinem Bein nicht darüber steigen konnte, ließ ich mich einfach rückwärts darüber fallen und landete auf meiner Schwimmweste und meinen Helm. Weiter stolpernd, fand ich die Straße.

Ich stellte fest, daß ich schon unterhalb des Dorfes Tösens war. Hm, das schwimmen war nun doch schon länger als ich gedacht habe.

Ein Jeep stoppte neben mir und fragte mich: Brauchst Du Hilfe ? Ich war mehr als dankbar. Es stellte sich heraus, daß er ein Polnischer Paddler war, welcher ebenfalls auf unserem Campingplatz war. Er fragt mich, was passiert war und erklärte, daß der Wasserstand heute sehr hoch ist. Ein Mädchen aus seiner Gruppe ist an der gleichen Stelle für mehr als zwei Kilometer geschwommen bevor sie das Bewußtsein verloren hatte. Sie mußte mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden, ist aber wieder ok.

Er fuhr mich zu meinem Auto und ich dankte ihm und versuchte Flußaufwärts mit meinem Auto zu fahren. Das Fahren war für mich sehr schmerzhaft. Als ich die Straße hochfuhr, sah ich sein Boot auf einer Sandbank liegen. An seinem Auto, welches am Einstieg geparkt war, hinterließ ich einen Zettel. Ich hörte von einigen Aboriginies, denen ich Christian beschrieben hatte, daß sie ihn an einer Brücke gesehen hatten. Ich fuhr also zu allen Brücken in der näheren Umgebung.

Er war allerdings nicht da. Nun konnte ich leider nicht länger auf meinem Beinen stehen, meine Beine taten mir zu weh. Ich fuhr zurück zum Campingplatz. Zu meiner Überraschung war Florian schon da. Ich gab Niels meine Schlüssel, und Florian und Niels fuhren los um Christian und sein Boot abzuholen. Ich zog mich um und schnappte mir ein Bier - dies ging als Dank an den polnischen Paddler. Ich war viel zu müde um viel zu essen und ging sehr früh schlafen. Einschlafen konnte ich allerdings nicht besonders, da mir so ziemlich jedes Körperteil weh tat, aber dann konnte ich doch für einige Stunden die Augen zumachen.

Am Dienstag wollten Mark, Florian und Niels auf der Finstermünster Schlucht am Inn paddeln; an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz. Niels war aber zu verkrampft und nachdem er kurz nach dem Einsteig bereits geschwommen war, fuhr ich los, um ihn und sein Boot aufzuladen. Wir sahen von der Straße aus den anderen beim paddeln zu und es sah so aus, als hätten die beiden Schwierigkeiten mit dem Wasserstand. Später fanden wir heraus, daß der Wasserstand über Nacht um mehr als 50 cm gestiegen ist.

Auf unserem Weg nach Landeck, wo wir Florian am Bahnhof absetzten wollten, sah ich einen dunklen ZX mit britischen Kennzeichen. In Landeck verabschiedeten wir uns von Florian und ich  fuhr zurück nach zu dem Auto. Ich legte einen Zettel und den Scheibenwischer und fuhr dann zur Ausstiegsstelle. Kein Auto ... Ich vermutete, daß die englischen Paddler sich an Peter Knowles Flußführer durch die Alpen halten würden . Ich sah im Buch nach und dort war ein alternativer Ausstieg beschrieben. Wir fuhren dorthin - Bingo. Zwei UK- RBP´s (newsgroup rec.boat.paddle) Jim Wallis und Pete (?)) waren dort. Wir unterhielten uns ein bischen bevor wir wieder auf den Weg machten. Diesmal in Richtung der Österreischischen Grenze, nach Scharnitz. Hier erwartete uns ein gutes Abendessen (mit Östereichern im Hintergrund, die für Deutschland waren; Deutschland spielte bei der EM 2000) und kurz danach das erste Gewitter dieser Woche.

Besser als Fernsehen !

Am Mittwoch fuhren wir nach Deutschland, wo wir auf der Loisach paddeln wollten. Diese ist WW II bis IV, mit klarem Wasser und Kiesbänken. Zuerst fuhren wir aber zu einem Paddelgeschäft, wo ich mir eine neue Paddeljacke kaufte und Niels sich einen neuen Helm kaufte. Dort habe ich mir leider auch mein Auto beim Ausparken verkratzt, weil ein anderer so nett war, mich zuzuparken und auch keine Anstalten machte, seinen Vehikel weg zu setzten. :-(

Ich habe die Tour mit Mark´s Topolino begonnen und er in meinem Quadro. Die Schenkelstütze drückte ziemlich hart und so tauschten wir nach kurzer Zeit wieder unsere Boote, was für mich deutlich weniger schmerzhaft war. Wir hatten bei der Fahrt keine Probleme und zu aller Überraschung blieb Christian in seinem Boot ! :-) Danach hatte ich allerdings genug und Mark konnte für die nächste Fahrt meinen Quadro fahren. Niels fuhr im Topolino, Christian fuhr im Diablo, während Insa und ich die Auto´s umsetzten. Sie kamen mit einem Grinsen auf dem Gesicht wieder zurück, offensichtlich hatten sie viel Spaß gehabt mit den anderen Booten, nur Mark ist bei dem Versuch, einen Rocksplatt zu machen. "Mit einem sehr überraschten überraschten und nicht besonders glücklichen Gesicht fiel er rückwärts um" sagte Niels. Wir fuhren zurück zum Campingplatz. Wir spielten Gitarre, sangen einige Lieder und hatten bis spät am Abend Spaß, bis ein weiteres Gewitter unseren Spaß unterbrochen hatte.

Am Donnerstag erreichte uns ein Telefonat eines US - RBP´ers, Paul Schelp. Er war nur 30 Minuten von uns weg in Deutschland. Er konnte zwar mit uns nicht heute paddeln gehen, aber warscheinlich am nächsten Tag.

Wir fuhren in Österreich Richtung Osten, zur Brandenberger Ache. Die Sonne schien und außer den Wasserständen erinnerte uns nichts an das abentliche Gewitter. Wir warfen einen Blick in die Kaiserklamm (WW V), welche sehr schön aussah. Als ich mich mehr oder weniger entschieden hatte, nicht zu fahren, fragte mich Mark, ob ich denn fahren wollte.

Bevor ich meinen Mund halten konnte, kam ein "Natürlich" über meine Lippen. Mein armes Bein ! Wir zogen uns um und gingen wieder zu der Klamm (durch enge und niedrige Tunnel und über kleine Brücken). Er setzte zuerst ein und ich versuchte, es mir einigermaßen gemütlich in
meinem Quadro zu machen. Die Schenkelstütze drückte genau an der Stelle, wo mein Bluterguß war. Ouch !

Einsteigen war eine schmerzhafte Übung, aber das kalte Wasser machte es wieder wett. Ich entschied mich, mein rechtes Bein nicht zu nutzten, sondern auf der linken Seite zu kanten, um das rechte Bein zu entlasten.... Schlechte Entscheidung!

Ein Topo - ob der noch wächst ??
Mark

Als ich die erste, größere Stufe (etwas über 2 Meter) herunterkam, kenterte ich, wurde gegen einen Stein gedrückt und rollte mit tiefem stützen hoch. Ouwah !

Wilko tut alles, um nicht fotografiert zu werden ...
Wilko

An der nächsten Stufe klemmte ich zwischen einem Stein und der Felswand und kam damit wirklich in Schwierigkeiten. Auf dem Weg zur Schlüsselstelle der Klamm kamen einige Stufen kurz hintereinander mit mehrfachen Seitenwechsel. Auf einer Länge von ca. 65 Metern hatten wir einen Höhenunterschied von ca. 7 Meter. Mark war diese Stelle bereits herunter gefahren, als ich hinunter kam, standen unsere beiden Photographen bereit für die Schnappschüssen.

und Mark muß man auch hinter den Büschen auflauern !
Mark

Es tat weh, besonders, als ich gegen einen Stein in der Mitte gefahren bin, herumgedreht wurde und dann die nächste Stufe rückwärts befahren hatte. Oops ! Schnell das Boot wieder in die richtige Richtung ... und auf zu den nächsten Stufen. Yee-hah! Alles, was danach kam, ging ohne Probleme. Ich hatte dann mein Boot wieder unter Kontrolle.

Der Ausgang der Kaiserklamm
Mark & Wilko

Christian und Niels warteten am Ende der Klamm, wo Christian uns zeigte, wie man einen Paddler von der Brücke aus rettet: Seil werfen, warten, bis er sich festgehalten hat, ein Stück hochziehen und mittendrin einfach alles loslassen :-)

Mark und ich sind dann noch das nächste Stück gefahren, während Niels und Christian die Autos umsetzten. Wir trafen und wieder am Eingang zur ächsten Klamm. Wir sahen uns die Eingangstufe , genossen die Landschaft (Eine Menge Mädchen in Bi- und Monokini:-)) bis die beiden sich wieder zeigten.

Was folgte waren einige wunderschöne Schluchtstücke, vielfach mit Stränden an den Seiten, welche wiederum mit Sonnenanbetern gefüllt waren, und einige WW II, III und IV Stromschnellen.

Christian ließ sich zum Rollen- üben in eine der Schnellen fallen und versuchte wieder aufzurollen, verfing sich aber mit seinem Paddel unter Wasser zwischen zwei Steinen und durfte dann sein Boot verlassen.

In der letzten Stromschnelle machten wir noch einige Rock Splats; ich kenterte nach einer und hatte Schwierigkeiten, wieder hochzudrehen, bis ich micht erinnerte, daß mein Ersatzpaddel einen Winkel von 80 ° hat. :-)

Mark und Christian versuchten uns an der Aussatzstelle zu kentern, haben mich allerdings verpaßt und anstelle dessen Niels erwischt. Während ich mich umgezogen habe, bemerkte ich, daß   ich einen weiteren Bluterguß an meinem Bein hatte; diesmal in Schwarz und Blau. Genau an der Stelle, wo sich die Schenkelstütze befindet. Hmm....

Es war spät, als wir wieder zurück kamen; teilweise wegen dem Berufsverkehr und teilweise wegen den Steigungen der Pässe (16 %). Wir haben schnell was gegessen und sind wieder früh ins Bett gegangen.

Nachdem wir am Freitag aufgestanden sind, sagte mir Christian, daß Paul Schelp angerufen hatte und mit uns heute paddeln geht. Wir wollten zu einem kleinen Fluß, dem Rißbach. Da es die ganze Nacht geregnet hat, haben wir einen höheren Wasserstand vermutet, aber immer noch zwischen WW II und IV.

Paul kam an und wir fuhren Richtung Deutsch- Österreischische Grenze. Der Fluß hatte schon die Schokoladenfarbe, aber hatte aber noch einen fairen Wasserstand. Als wir aufwärts Richtung Österreich gefahren sind, kamen wir an die Klamm. Der erste Wasserfall war normalerweise acht Meter, nun aber nicht mehr als drei Meter. Die Schlucht darunter war eine einzige, pulsierende Masse, mit jede Mengen Kolken und Verschneidungen und einer tötlichen Unterspülung nur ein paar hundert Meter weiter. Kein Platz, an dem ich sein möchte (nur Paul meinte, daß dies bestimmt Spaß wäre, hier zu paddeln! :-))

Wir haben uns dann noch die schrägen Rippen und das Straßen S angesehen (Welche ich später auf mit einem normalen Wasserstand auf Foto´s gesehen hatte) und machten uns dann auf den Weg zum Einstieg. Der Wasserstand war hoch, aber noch hat es Spaß gemacht. Am Straßen S, der ersten WW IV Stelle, entschied sich Niels schwimmen zu gehen. Sein Paddel hat nun eine Delle und wir Drei versuchten, sein Boot einzuholen und an Land zu schieben. Einige überspülte Steine machte die Sache nicht einfacher und Paul und Mark kamen hinzu um mir zu helfen.

Ich war so sehr damit beschäftigt, Niels Boot an Land zu bringen, daß ich nicht darauf achtete, was weiter flußabwärts auf mich zukam. Ich hörte Mark´s rufen und dreht mich zu ihm um. Er schüttelte seinen Kopf. Mein nächster Blick ging flußabwärts und bestätigte sein Kopfschütteln... Ich ging durch die Mitte der schrägen Rippen, mitten durch explodierende Wellen, Verschneidungen, hungrig aussehende Löcher und einer Stelle, wo alles Wasser zusammen in ein Becken floß - und dann aus der Sicht verschwand.

Oops!

Ich entschied mich: Augen zu und durch ! Dies ging auch deutlich besser als ich gehofft hatte; mit den Löchern, die aktuell versuchten, die Nase meines Bootes nach oben zu bringen. Ich habe es geschafft, mein Boot unter Kontrolle zu halten - für die meiste Zeit der ca. 300 m langen Strecke. Dann wurde mir mein Paddel aus der Hand gerissen und ich fuhr in ein ziemlich dickes Loch. "Oh, nein, nicht schon wieder!" ging mir durch den Kopf.

Ich griff nach dem Paddel und kenterte mitten in dem Loch und rollte so schnell wie möglich wieder hoch. Zu meine Überraschung war ich schon wieder aus dem Loch raus und orientierte mich erst mal in dem linken Kehrwasser. Oh, ich liebe meinen Quadro !

Mark und Paul kamen später hinzu; Mark wählte die rechte Route mit Paul und brauchte noch einige Zeit, so das ich ausreichend Zeit hatte, einige Foto´s zu machen.

Niels hat hier aufgehört, so das wir nun nur noch zu dritt weiterfuhren. Mein Bein tat mir wieder weh, aber wir waren ja auch beinahe da. Plötzlich tauchte noch die fahrbare Klamm auf und wir fuhren einige kleinere Stufen hinunter, den Kehrwasserlinien folgend. Unglücklicherweise fuhr Paul ein wenig langsam, so das ich meinen größten Vorteil verlor: Geschwindigkeit. Das Heck meines Quadros wurde immer wieder unter Wasser gedrückt; wie oft, konnte ich schon nicht mehr zählen, und ich mußte kämpfen, die Nase des Bootes unten zu halten. Als wir an einem Kehrwasser auf der linken Seite ankamen, konnte ich zwar die Ausstiegsstelle bereits sehen - aber die Schmerzen im Bein wurden immer stärker. Ich hörte auch von Paul sein "Oh, Shit!" und nachdem ich ein weiteres mal unfreiwillig in ein Kehrwasser drehte, entschied ich mich, hier aufzuhören. Ich griff einen Fels an Land und fiel aus meinem Boot, während Paul und Mark die letzten Meter paddelten.

Etwa 80 cm unterhalb des Wasserspiegels sind die Garagen
Rißbach / Ausstieg

Nun war ich mit einem beinahe vertikalen Aufstieg, nachdem ich mein Boot an dem Wurfsack befestigt hatte. Ich kam gerade oben an, als auch Paul und Mark auf dem Parkplatz angekommen waren. Wir luden die Boote auf und zogen uns um. Paul spendierte uns allen ein Getränk bevor wir wieder nach Österreich fuhren, zu seinem Auto. Er fuhr wieder nach USA - und wir zu unserem nassen Campingplatz.

Samstag war für uns der letzte Paddel Tag, und da wir nur die Imster Schlucht mit WW III vorgesehen hatten, welche ich bereits mehrfach befahren hatte und wegen meiner diversen blauen Flecke, habe ich mich entschieden, nicht zu paddeln. Die anderen hatten eine nette Fahrt und überraschenderweise blieb Christian wieder im Boot (Anmerkung: Mir war kotzschlecht; ich war an dem Abend vorher auf einer Geburtstagsparty).

Für uns haben wir den Urlaub mit einer Einladung zum Essen unserer deutschen Freunde in einem schönen Restaurant ausklingen lassen (Niels und ich waren überrascht, wie preiswert dies war :-)). Ähnlich wie das Ende bei den Asterix und Obelix Abenteuern.

Ich hatte einige Gelegenheiten, die Herausforderungen der Flüsse mit meinem Quadro und dem Topo- Duo zu testen. Ich mag beide Boote und ich beginne, mich innerlich von meinem vertrauten Diabolo für normal Fahrten zu verabschieden. :-)

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Wilko van den Bergh                       quibus(at)europe(dot)com
    Eindhoven           The Netherlands            Europe
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                      "Look Mum: No sense!"
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Soweit zu Wilko´s Bericht. Da Niels am Sonntag Nachmittag bereits wieder in den Niederlanden sein mußte, sind die beiden sehr früh am Morgen gefahren.

Wir sind dann noch zur Loisach gefahren. Hier hatte es im letzten Jahr ein gewaltiges Hochwasser gegeben, welches u.a. den Fluß erheblich veränderte.

Wer die neue Loisach noch nicht kennt:

Den Pegel Gschwandsteg gibt es nicht mehr - auch nicht mehr die Brücke. Die Kiesbank vor dem Einstieg ist zwar noch vorhanden -aber die Loisach schlängelt sich nun auf der anderen Flußseite. Das Treppenhaus ist nicht mehr wiederzuerkennen, der Dom ist unverändert und im Großen und Ganzen ist die Loisach einfacher geworden. Finde ich zumindest.

Kurz vor der Ausstiegsstelle kann man auf der linken Seite die Abbruchstellen des Ufers durch das Hochwasser sehen. Es ist schon imposant, wenn diese vom Boot aus ca. 3- 4 Meter höher sind ...

Übrigens, die meisten Bilder hat Mark geschossen; auch ein Vorgeschmack über seinen nächsten Diavortrag !

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