Kanutag Hofstr.
am 12.08.2001

Nur wenige Stunden nach der Sommerfest, sozusagen, als der Harte Kern der Feiernden vorsichtig die ersten Selbstversuche mit fester Nahrung am Bootshaus machten, hatte uns Bindeglied zwischen Alt und Jung einen Paddeltag mit seiner Hausgemeinschaft angesetzt.

Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit

Zunächst galt es, einige logistische Probleme zu lösen, denn ein Großteil der eigentlich erwarteten Wanderboote hatten ihrem Namen alle Ehre gemacht und waren nicht verfügbar.

Auch ohne Spritzdecke recht dicht ...

Nachdem wir die Boot- und Transportfrage geklärt hatten, ging es an die ersten Trockenübungen. Die Jungs & Mädels waren entweder bisher noch gar nicht im Boot gewesen oder hatten nur die klassische Touristen- Erfahrung.

Als dann geklärt und geübt wurde, wie denn so ein Paddel zu halten ist, ob denn auch die Jungs so ein Röckchen anziehen sollten und wenn ja, wo denn dann vorne ist, wurde es langsam ernst. Boote auf den Anhänger verladen; Leute ins Auto und ab. Lothar und Franz hatten sich freundlicherweise als männliche Shuttle- Bunny´s zur Verfügung gestellt (wenn ich mich richtig entsinne, heißt es dann Shuttle-Cook).

In Lörick ging das Spiel in die andere Richtung; sozusagen Leute aus dem Auto und Boote vom Anhänger. Meine Mitfahrerin im Topo- Duo, Steffi, war nicht so begeistert von der Idee, die Betonrampe als Rutsche zu mißbrauchen. Dabei hatte ich ihr doch sooo nett erzählt, welchen Spaß Mark und Steffi wenige Wochen vorher hatten. Naja, wohl mehr Mark, denn Steffi ist bei der Aktion in einer Riesenwelle untergegangen ...

Im Yachthafen haben wir die Erkenntnisse aus dem Trockentraining in die Praxis umgesetzt - allerdings für die Meisten auch mit dem Lerneffekt, daß es einfacher aussieht, als es tatsächlich ist . (Das legt sich aber schnell wieder).

Und wie ging das nun mit den Torpedos ?

Mehr oder weniger im geschlossenen Verband haben wir den Hafen verlassen; sehr zur Erleichterung der Yachteigner, die schon Bedenken wegen ihrer vor Anker liegenden Boote hatten. Ist aber alles gut gegangen. Unmittelbar nach der Ausfahrt - wir hatten eigentlich vor, uns am nahen Ufer zu halten - kam das erste Problem: Ein Ausflugsschiff wollte auf unserer Seite am Ufer anlegen - und dafür war es schon recht sinnig, in die Flußmitte zu wechseln. Auch hier galt es, immer ein waches Auge auf die Schiffahrt zu werfen; für einen Sonntag war schon recht viel Betrieb auf dem Rhein.

Etwas weiter flußab hatten wir dann den ersten Adrenalin- Stoß bekommen. Horst, der einen unserer antiken Taifuns benutze, hatte so seine Schwierigkeiten mit dem Geradeauslauf. In Anbetracht einer entgegenkommenden Bergfahrt wollten wir die Fahrrinne freimachen; jedoch gelang es Horst nicht rechtzeitig, die Seite zu wechseln. Mit dem Erfolg, daß der Berufsschiffer zwischen unserer Gruppe hindurchfuhr; Horst auf der einen Seite und wir auf der anderen ... Zum Glück ist nichts passiert und ich möchte mir auch nicht weiter vorstellen, was hätte passieren können.

An der neuen Rheinquerung der A44 (die Brücke ist jetzt bis auf wenige Meter schon fast fertig gestellt) haben wir an der Baustelle einen Bootstausch vorgenommen; Horst kam zu mir in den Topo- Duo und Steffi hat ihr Glück in seinem Taifun versucht. Während dieser Aktion hat uns Bea dann demonstriert, das sie schon die Ekimorolle beherscht - zumindest die erste Hälfte (also den Teil nach unten). Es tut mir ja leid, es hier so zu schreiben, aber ein Bergeversuch ist im Gelächter untergegangen. Das Wasser war ja eh warm und nicht besonders tief ...

In den Worten von Forrest Gump: Shit happens

Der nächste - geplante - Zwischenstop war die Fähre Kaiserswerth. Nach dem Anlanden haben wir uns in unserer mehr oder minder durchnäßten Montur auf den dortigen Campingplatz begeben und uns in der Außengastronomie erholt. Stößken ! Während Christoph und ich auf dem Weg nach Kaiserswerth schon Bedenken hatten, ob denn die Fähre ein Zwischenstop oder mehr das Endpunkt sein wird, haben die Jungs & Mädels aus der Hausgemeinschaft gezeigt, das sie nicht nur austeilen können, sondern auch hart im nehmen sind. Weiter gings mit neuen Kräften Richtung Krefeld.

War da nicht mal was mit dem knallroten Gummiboot ?

Auch wenn an dem Tag viel Verkehr auf dem Rhein gewesen ist - Schiffe mit schönen Wellen waren leider eher selten. Die “Deutschland” kam uns zwar entgegen, aber ein Anfahren war leider nicht möglich, da sich ein weiteres Schiff auf gleicher Höhe befand. Man kann nicht alles haben.

Kurz vor Krefeld kamen dann aber doch noch einige Wellen auf. Ich habe meinem Vordermann Horst zwar gesagt, daß wir die Wellen noch mitnehmen wollen, muß dabei aber irgendwie unterschlagen haben zu sagen, daß der Vordermann nun mal dabei ziemlich naß wird. Vielleicht war es mir nicht mehr so geläufig - was er mir allerdings in Anbetracht meines Gelächters nichts unbedingt abgenommen hatte.

Am Bootshaus angekommen zeigte sich dann, daß die Mädels nicht wirklich erledigt waren; insbesondere die Berufssklaventreiberin Bea war nicht ausgelastet. Da sie schon den ersten Teil der Rolle ausprobiert hatte und den zweiten Teil gerne kennenlernen wollte, haben wir im Topo- Duo die Rolle ausprobiert. Erfolgreich, versteht sich doch, oder ? Irgendwann ist sie allerdings ausgestiegen und hat als strafverschärfende Maßnahme versucht, mich zu versenken. Erfolglos, auch das versteht sich von selbst...

Merke: Zur Vermeidung von unnötigen Verletzungen solte man mit dem  hinterrücks Angreifenden eine Runde Schwimmen + Tauchen gehen. Wirkt Wunder!

Auch Steffi hat mit Christoph zusammen den Versuch mit der Rolle im Zweier gewagt... Ohne hier ins Detail gehen zu wollen, kann man sich sicher vorstellen, daß ein Bade- und Schwimmfest daraus geworden ist. Wobei Bea noch an Ihrem Agressionsverhalten arbeiten sollte. 

Ist vielleicht auch beruflich bedingt. Aber wir haben es alle überlebt und die dann immer noch vorhandene, überschüssige Energie konnte beim kraftraubenden Transport der Boote die Böschung hinaus zum Bootshaus verbraten werden.

Vermutlich die Einzige Art, die Frau zumindest einigermaßen in den Griff zu kriegen...

Mit einem nicht weniger spaßigem Besuch im Nordbahnhof (gut, nicht jeder hatte soviel Spaß, aber wieder kommen werden wir wohl dürfen) haben wir den Tag ausklingen lassen.

Absolut wiederholenswert....

 

Back to the root