Kanu Wander Club Krefeld 1950 e.V.
An einem Sonntag an der Niers
 

Heute war ich einmal nicht mit dem Paddelboot unterwegs, sondern habe eine Radtour an die Niers gemacht. Von Krefeld aus ging die Fahrt über Viersen nach Süchteln und von dort über Wirtschaftwege weiter entlang der Niers. Auf der Strecke zwischen Süchteln und Oedt war schon eine stattliche Anzahl von Canadiern unterwegs. Da alle den gleichen Bootstyp fuhren und die Kapitäne Schlangelinien ins Nierswasser zeichneten war für mich klar : hier sind Leihbootfahrer am Werk.

Gestern noch auf der A 57 im Stau und heute hier. Na, und?

Auch eine Kurve ist eine Linie

Ein Canadier mit 4 Jungen an Bord erwischte es dann auch direkt hinter einer Brücke. Vor der Brücke hatten sie nichts besseres zu tun als mit der Wasserpistole auf die Leute auf der Brücke zu zielen. Aber kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort, dass mussten die vier nun am eigenen Leibe erfahren. Der Steuermann hat zu weit ans Ufer gesteuert und die beiden vorderen Jungs machten Bekanntschaft mit Sträuchern und Brennnesseln. Sie legten sich weit über Bord um den Brennnesseln auszuweichen. Die Seitenlage war bedrohlich und eine große Wassermenge strömte seitlich ins Boot. Um nicht zu kentern legten sich dann alle auf die Gegenseite.

Die große Wassermenge im Boot schwappte mit zur anderen Seite und konnte noch an Menge gewinnen. Noch einmal schwappte der Canadier zur Flussmitte, nahm noch mehr Wasser auf und ging dann mitsamt den vier Kapitänen in Zeitlupe unter. Alle vier saßen bzw. standen in dem abgesoffenen Canadier. Die Paddel, das Tönnchen mit den Wertsachen und ein Rucksack schwammen langsam auf der Niers davon. Recht fix haben dann die Jungs das Boot umgedreht und ausgekippt, alles eingesammelt, eingestiegen und sind dann weiter gepaddelt.

Na, Unfug im Sinn?

Der Passus mit den kleinen Sünden hat mir Besonders gefallen

... und der Kapitän verläßt als Letzter das Schiff

Immerhin, die Bergung haben die schon drauf.

Ich drück Euch die Daumen, daß Eure Mädels diese Bilder nie, nie finden werden. Und wenn doch...  Shit happens

Als ich an der Einsatzstelle in Oedt ankam, war dort ein Riesenaufgebot von Bootsverleihern. Mit mehrere Fahrzeugen und großen Bootsanhängern hatten sie dort Quartier bezogen. Die Anzahl der privaten PKW die den Wander- und Radweg blockierten war schon beachtlich. Ein Canadier nach dem andern wurde samt Besatzung in die Niers gesetzt.

Rush Hour - und diesmal machen es alle freiwillig mit!

Ein wenig planlos sieht das schon aus...

Auch auf der Straßenbrücke standen die Fahrzeuge der Verleiher. Die Anhänger voll beladen mit Fahrrädern. Die meisten Ausflügler machten wohl eine kombinierte Tour, die Niers abwärts mit dem Kanu und zurück mit dem Fahrrad. Es sah nicht so aus als ob alle Reservekleidung dabei hatten, um im Falle einer Kenterung sich trockene Kleidung anzuziehen. Auch ansonsten schien es als ob die Leute ohne jegliche Instruktion aufs Wasser gesetzt wurden. Ich habe keinen gesehen der auch nur annähernd den Canadierschlag konnte. Nach jedem dritten Schlag wurde das Paddel auf die andere Seite gewechselt. Die Boote fuhren ständig im Zickzack hin und her und behinderten sich gegenseitig. Das auch einige Boote in die Böschung fuhren war bei diesem Andrang wohl kaum zu verhindern.

Alle wollen zurück zur Natur - aber keiner zu Fuß!

Sicherlich ein unverwechselbares Naturerlebnis...

... das man mit so vielen teilen konnte.

Fazit : Wenn der Bootsverleih an der Niers weiter so ausufert befürchte ich, dass es dort bald Befahrungsregelungen gibt. Dies betrifft uns dann alle und nicht nur die Bootsverleiher. Entsprechende negative Beispiele gibt es gar schon zu genüge. Wenn weiter mit solchen Bootsmassen auf einem so kleinen Fluss gefahren wird sind Umweltschäden vorprogrammiert.

Ein Gutes muss ich aber noch sagen: Die meisten Besatzungen waren Familien mit Kinder und ihr Verhalten auf dem Wasser war vorbildlich. Es wurde kein Alkohol getrunken und auch keine Abfälle über Bord geworfen.

Family Buisness

Der Start in kleineren Gruppen und zeitlich etwas gestreckt ist für alle sicherlich die bessere Lösung. Ob man eine solche Aktion als Werbung für den Kanusport werten kann, wage ich aber zu bezweifeln.

Lothar Tinnefeld   1. Vorsitzender

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