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Die Spree von
Lübbenau bis Erkner
05. bis 15. 07. 2001
Gosbert war so nett und hat die Tour in Worte gepackt,
die Bilder stammen von Lothar
Donnerstag, 05. Juli 01
Am Treffpunkt Campingplatz an der Spree in Lübbenau
trafen die Paddelfreude Juppi, Lucas, Volker, Felix, Uwe, Lothar
und Gosbert nach und nach ein. Der erste Zeltaufbau machte noch
etwas Mühe, darf es noch ein Häring mehr sein? Nachdem die Kocher
zum Abendschmaus angeschmissen waren, konnte die Erholung beginnen.
Lothar, unser Reiseleiter, hat wirklich einen wunderschönen
Platz mit viel Abwechslung ausgewählt, alle sind sehr zufrieden.
Freitag, 06. Juli 01
Die erste Rundfahrt durch den Spreewald mit dem Paddelboot war
ein ganz besonderes Erlebnis. Alte Häuser und schöne Gärten direkt
am Ufer bieten eine Idylle, die nur noch an wenigen Stellen in
Deutschland zu finden ist.
Das große Sommerfest in Lübbenau brachte den Campingplatz
an seine Kapazitätsgrenzen, noch nie habe ich so viele Zelte dicht
an dicht gesehen.
Die Menschen aller Altergruppen verhielten sich aber
ruhig und freundlich, es war sogar angenehm, hier zu sitzen und
das Treiben zu genießen.
Samstag, 07. Juli 01
Heute teilt sich die Gruppe, während die einen zu Fuß unterwegs
sind, paddeln Uwe und Gosbert durch die Spreewalddörfer Lehde
und Leipe.
Liebevoll gepflegte Gärten mit alten Rosen, Obstbäumen,
Kapuzinerkresse und vielen anderen Gewächsen säumen die Ufer.
Mit dem Paddelboot sind auch die kleinsten Fliesse zu bewandern,
und die sind die schönsten.
Abends können die Kirmes und ein super Livekonzert im Dorf erlebt
werden. Unser jüngster Paddler Lucas stellt sich als Pommes-Vernichtungs-Maschine
heraus, andere vernichten derweil auch flüssiges. (Anmerkung des
Translators: Cola scheidet völlig aus !)
Sonntag, 08. Juli 01
Heute steht die erste größere Etappe von Lübbenau zum Neuendorfer
See an, der Himmel verdunkelt sich und verheißt nichts gutes.
Die älteren müssen sich erst eingewöhnen, die 33 km sind nicht
leicht zu bewältigen, die jüngeren paddeln voran und zeigen, wie
es geht: warum schon wieder eine Pause?
Uwe, unserem Neuling, war es immer noch nicht genug,
er kriegt den Hals vom Paddeln nicht voll.
Montag, 09. Juli 01
Beim ersten Erwachen trommelt der Regen auf unsere
Zeltdächer, und so soll es den ganzen Tag über bleiben.
Alles nass, die feuchte Luft kriecht durch unsere Schlaf- und
Kleider-Säcke.
Nun drehen sich die Leiber, um noch ein Stündchen zu schlafen.
Gegen 11:00 Uhr eine sehr weise Entscheidung unsers Fahrtenleiters
Lothar, heute wird nicht mehr gepaddelt.
Ein Mitpaddler legte sich nach dem Frühstück und sogar nach
dem Mittagessen wieder in seinen Sack uns verschlief den ganzen
Tag...na so was.... ist er vielleicht Beamter? (Anmerkung des
Translators: Unmöglich, dafür hat er sich schon zu viel bewegt!)
Zum Glück haben wir für die gemeinsamen Essen einen überdachten
kleinen Pavillion. Von hier kann man auch eine Schwan-Familie
beobachten, die Eltern wachen sogar über Lothars Boot.
In vielen Dörfern sehen wir Störche mit ihren Jungen
hoch oben auf extra angebrachten Wagenrädern.
Dienstag, 10. Juli 01
Nachdem der Himmel sich aufhellt, weiter zum Glower
See. Felix paddelt voran, immer an der Spitze, ob er auf der Flucht
ist?
Es erwartet uns eine traumhafte Wiese direkt am See,
die Leute dort sind gastfreundlich und hilfsbereit, wir fühlen
uns sofort wohl.
Eine leider verschlossene Gaststätte verhalf uns zu
einem längeren Abendspaziergang in das nächste Dorf, wo wir die
wohl älteste Kneipe der östlichen Länder kennen lernen sollten,
der Gang hat sich gelohnt. Die Zeit steht seit 50 Jahren hier
still, nichts hat sich seit Ewigkeiten verändert.
Mittwoch, 11. Juli 01
Unser Ziel ist heute der Anglerverein in Beeskow,
leider ohne Duschen und manierliche Toiletten. Ein Rundgang durch
die schöne alte Innenstadt wurde mit dem Ruf „keine Kultur“ unseres
Jüngsten begleitet.
Abends trafen sich die Paddler beim Fischessen mit
ehemaligen Arbeitskollegen des Verfassers aus Beeskow, alte Erinnerungen
werden aufgefrischt, die Spree-Fische schmecken köstlich.
An unseren Zelten gab es für Lucas die Gelegenheit, die Feinheiten
des Aal-Angelns zu erlernen und Uwe läutete die Versöhnung zwischen
Anglern, Paddlern und Schaustellern ein, die Einzelheiten erspare
ich dem geneigten Leser.
Donnerstag, 12. Juli 01
Ein herrlicher Paddeltag über die Drahendorfer Spree.
Wir lernen die Vorteile der Bootswagen an Wehren kennen: ältere
Mitpaddler dürfen sitzen bleiben und werden gefahren, werden dafür
aber zum Vergnügen der anderen beim Eintauchen leider nass.
Von unserm erfahrensten Freund, Juppi, können die Anfänger sehr viel
lernen, und wir nutzen die Gelegenheiten, Tipps und Kniffe auszuprobieren.
Abends sucht Lothar eine wilde Wiese aus, an der Mündung der
Drahendorfer Spree in den Oder-Spree-Kanal, die unser schönstes
Quartier auf der Reise darstellt. Als erstes rückt Lucas mit schwerem
Gerät aus, die sanitären Örtlichkeiten herzustellen, alle loben
seine Umsicht.
Inmitten der Natur richten wir uns ein und genießen den stillen
Abend, bereichert um etwas Paddellatein.
Wir kennen keine Angst
Auch nicht vor Mücken !
Freitag, 13. Juli 01
Nach einer wunderschönen Tour finden wir abends wieder
einen Wildplatz bei Hangelsberg. Tags über sehen wir seltene
Tiere wie Eisvogel, Adler, Pirol, Wasserschlangen und anderes.
Böse Zungen behaupten, der Verfasser würde Ohrenkneifer züchten
um Uwe damit zu ärgern.
Gegen den Schweiß des Tages und die Hitze hilft ein gemeinsames
Bad in der Spree die hier sehr sauber ist. Wir haben ein großes
Vergnügen an dem Badespaß und genießen die Erfrischung sehr.
In der Dunkelheit zeigt uns Felix die künstlerische Entfachung
eines Lagerfeuers, er hat einen langen Atem.
Samstag, 14. Juli 01
Die letzte Etappe von Hangelsberg bis zu den Ruderfreunden
Erkner war leicht zu bewältigen, wir sind jetzt alle gut eingepaddelt.
Insgesamt haben wir immerhin fast 200 Flusskilometer bewältigt.
Reiselustige fahren in ferne Länder, vielleicht nach Südamerika,
um solche Flusslandschaften zu erleben, wir haben sie fast vor
der Haustür. Die Paddelfreunde des KWC erleben immer wieder
auf solchen Touren im Sommer einmalige Wanderflüsse, nicht das
immer Schneller, Weiter und Herausfordernde zählt, sondern
der Genuss der unberührten Natur und die Kameradschaft untereinander
stehen im Fordergrund.
Sonntag, 15. Juli 01
Die Reise ist leider am Ende. Dank der umsichtigen
und perfekten Vorbereitung durch den Fahrtenleiter Lothar haben
wir wunderschöne Tage in einer fantastischen Natur erlebt und
uns gemeinsam über unsere Erlebnisse gefreut. Der arme Lothar
zog sich im Schlafparadies der Ruderfreunde Erkner noch eine böse
Kopfverletzung zu, wir wünschen gute Besserung.
Hoffentlich erleben die Paddelfreunde noch viele gut gelungene
Wanderfahrten, den Daheimgebliebenen kann man nur empfehlen, hier
mal mitzufahren.
Text: Gosbert Verheyen Fotos: Lothar Tinnefeld
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