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KANU WANDER CLUB Krefeld e.V. 1950





Sommerferienfahrt auf der Mecklemburgischen Seenplatte
vom 31.07. bis 10.08.2003

Vom 30. Juli bis 10. August 2003 hat der KWC eine Vereinsfahrt auf der Mecklenburgischen Seenplatte unternommen. Die Gruppe bestand aus 6 Erwachsenen und 2 Jugendlichen, das Alter reichte von 13 bis 58 Jahren. Start und Treffpunkt war der Campingplatz Naturfreunde in Kratzeburg am Käbeliksee.

   

Die ersten beiden Gruppen sind bereits am Mittwoch dem 30. Juli angereist und haben dann am Donnerstag die Fahrzeuge zum Ziel nach Neustrelitz gebracht. Am Donnerstag war dann Probe packen angesagt, und alles was nicht ins Boot passte wurde ins Fahrzeug der letzten Gruppe gepackt, die gegen Nachmittag in Kratzeburg ankam. Abends war dann gemütliches Beisammensein mit schönem Sonnenuntergang über dem See. Spät in der Nacht war ein wunderschöner Sternenhimmel zu beobachten wie er bei uns in Krefeld nie zu sehen ist.

   

Am Freitag ging es dann gegen 10:30 Uhr aufs Wasser, was recht fix war für den ersten Tag. Schon nach 5 Km kam dann die erste große Umtragestelle. Etwa 750 m wurden mit einem Lorenwagen der mehrere Boote aufnehmen konnte überbrückt.

   

Die Seen an der oberen Havel sind über kleine romantische Kanäle mit einander verbunden, an den auch einige Bootshäuser stehen. Die Fahrt ging vom Käbeliksee weiter über Pagensee und Zotzensee zur Schleuse Babke.

Als der Schleusenwärter uns ankommen sah, löschte er schnell die Signallichter und bereitete sich auf den Feierabend vor. So durften wir an diesem Tag zum zweitenmal alle Boote mit der vorhandenen Bootsschleppe umkarren. Bis zum Ziel das Zwenzower Ufer am großen Labussee durften wir noch ein drittes mal umkarren. Ein Bauwerk aus der „guten alten“ Zeit gab es auf der Schleuseninsel zu besichtigen ein echtes Plumpsklo.


Bis zum Campingplatz war es dann nur noch 1,5 Km. Direkt am Seeufer konnten wir unsere Zelte aufbauen. Neben uns gesellte sich eine Gruppe Studenten aus Halle die hier ihre Fahrt beendeten. Bis Nachts um 4:00 Uhr haben die gesoffen und herum gegrölt, so das an Schlaf kaum zu denken war. Aus Rache habe ich dann um 7:00 Uhr solange das Kochgeschirr aneinander geschlagen bis auch der letzte aus der Studentengruppe wach war. Die Begeisterung kannte keine Grenzen und es war gut das meine 5 erwachsene Kameraden mir zur Seite standen.



Nach dem Frühstück ging es dann weiter über den Woblitzsee in die Havel zur Schleuse Wesenberg. Für unseren Lukas war es die erste Schleusenfahrt in seinem Paddlerleben.



Weiter ging die Fahrt durch den Finowsee und dem großen Priepertssee zum Ellbogensee. Am Yachthafen an der Einmündung in den Ellbogensee war großes Gedränge denn hier wurde ein Hafenfest gefeiert. Kein gutes Ohmen für einen ruhigen Nachtschlaf denn unser Nachtlager war nur 3 Km vom Hafen entfernt. Es klang zwar Musik über den See herüber aber in einer vertretbaren Lautstärke. An einem Wagen der frische gegrillte Hähnchen hatte, haben wir dann unser Abendessen gekauft. Hier trafen wir zum erstenmal eine nette junge Dame in einem grünen Boot mit dem Namen Küstennebel. Unser Freund und Junggeselle Uwe war recht begeistert vom dem Anblick. Noch zweimal auf dieser Tour kreuzten wir die Wege des „Küstennebels“.



Am Sonntagmorgen ging die Fahrt dann weiter über den Ellbogensee zur Schleuse Strasen. Hier herrschte ein großer Andrang an Motorbooten und wir waren froh als Paddler mit in die Schleuse zu kommen. Kurz hinter der Schleuse in einem kleinen Naturhafen haben wir eine große Mittagspause eingelegt.

Über den kleinen Pälitzsee und den Hüttenkanal, Tietzowsee, Jagowkanal erreichten wir unser Ziel den Schlabornsee mit Campingplatz auf der Halbinsel. Mitten auf der Wiese haben wir unser Lager eingerichtet, kein Baum kein Strauch aber Sonne pur.

Der Kiosk hatte geöffnet und es gab kühle Getränke. Es war kurz vor 18:00 Uhr und wir hatten Glück noch schnell für den Abend Getränke einzukaufen, den nach 18:00 Uhr war der Kiosk geschlossen. Zum Kochen hatten wir heute keine Lust und so sind wir dann zum gegenüberliegenden Ufer gepaddelt wo es eine Gaststätten gab. Auf dem Campingplatz Schlabornsee sind wir 2 Nächte geblieben um einen Ruhetag bzw. einen Besichtigungstag einzulegen.

Der Campingstuhl von unserem Freund Jocky gab schon nach zwei Tagen seinen Geist auf. Im Abfall auf dem Platz der ersten Etappe fand er jedoch ein anderes und bequemeres Modell. Leider hielt auch dieses Modell dem Gewicht nicht lange stand, so dass er den Stuhl zum Abfall brachte und mit einem fast neuen Stuhl glücklich und strahlend zurück kam. Eine kleine Reparatur an der Rückenlehne und den Rest der Tour hat diese Modell dann gehalten.

Am Montag war Rheinsberg unser gemeinsames Ziel. Die Hälfte ist mit dem Boot nach Rheinsberg gepaddelt und die Anderen sind gewandert. So eine Wanderung durch die Mark Brandenburg ist schon ein kleines Erlebnis und man fühlt sich ein wenig auf den Spuren von Theodor Fontane. Unser Weg führte uns über Sandpisten und durch schattige Wälder zum Rheinsberger See.



Von einem großen Obelisken aus sahen wir am gegenüberliegenden Ufer dann die Schlossanlagen und die Stadt Rheinsberg. Durch den Schlosspark gingen wir zum Schloss und weiter zum Schlosstheater.

Ein Einkaufsbummel durch die Stadt rundete unseren Besuch ab. Den Rückweg haben wir mit einem Ausflugsdampfer gemacht der von Rheinsberg nach Canow fährt. Die Anlegestelle war jedoch nicht am Campingplatz wie erhofft, sondern genau auf der gegenüberliegenden Seeseite. Die Wanderung um den halben See war dann der Abschluss unseres Besuches von Rheinsberg.

Müde aber glücklich erreichten wir unsere Zelte um ca. 17:45 Uhr gerade noch zeitig genug um kühle Getränke für den Abend einzukaufen.


Dienstag ging es mit dem alten Trott wie Zelte abbauen und Boote beladen weiter. Unser Weg führte uns zunächst zurück über den Jagow- und Hüttenkanal zum Canower See. Von hier aus ging die Fahrt weiter zum Labussee.


Kurz vor der Schleuse Diemitz haben wir dann bei Biber - Tours unsere Mittagspause eingelegt. Wir sind dort freundlich empfangen worden und mir hat man bei der Reparatur meiner Steueranlage geholfen. Das Steuerblatt war im oberen Teil gebrochen und es mussten neue Befestigungslöcher gebohrt werden. Auf meine Frage was die Sache kostet, hat man uns eine gute Fahrt gewünscht. Nochmals Vielen Dank

Über den Vilzsee, den Mössensee und dem Zotzensee ging die Fahrt zur Strandgaststätte nach Mirow. Ein Kapitän-Blaubär-Verschnitt empfing uns mit flotten Sprüchen auf dem sehr vollen Campingplatz. Die Boote konnten wir unten am Steg lagern und unsere Sachen mit einer Karre über den Zeltplatz bringen. Dies war bis dahin unsere längste Tagesetappe, wir waren recht müde und sind an diesem Abend zeitig in unsere Zelte gekrabbelt.

Am Mittwoch morgen sind wir dann noch einmal vorbeigepaddelt an den schönen Bootshäusern die halb ins Wasser gebaut sind.


Unsere Fahrt ging weiter zur Schleuse Mirow und dann weiter über die Müritz-Havel-Wasserstrasse. Dies ist zwar ein Kanal aber man hat eher das Gefühl auf einem begradigten Kleinfluss zu sein und so wurden die nun folgenden 7 Km auch nicht langweilig. Ab dem Sumpfsee war man wieder auf Seen mit kurzen Verbindungsstrecken unterwegs. Es folgte nun die Kleine Müritz und gab schon einmal einen Vorgeschmack auf den kommenden großen See. Bevor es von Süden her nach Osten über die Müritz ging, haben wir noch eine Pause beim Sportcenter Tokon eingelegt. Das Sportcenter liegt direkt neben der Jugendherberge Zielow und ist vom Wasser her kaum zu sehen. Ein schmaler Kanal führt durch das hohe Schilf zu den sumpfigen Anlegestegen. Frisch gestärkt mit Pommes und Currywurst aus der Mikrowelle ging es dann über den offenen See. Die Müritz ist der größte rein deutsche Binnensee und je nach Wind- und Wetterlage nicht ungefährlich. Wir hatten schönstes Wetter und fast Windstille, so konnten wir die Überfahrt mit dem Blick bis an den Horizont in vollen Zügen genießen.


Der Campingplatz neben der Mündung des Bolter Kanal war für heute unser Ziel. Nachdem die Boote entladen und die Zelte aufgestellt waren gab es reichlich Zeit für ein ausgiebiges Bad in der Müritz.

Das Ostufer des Sees ist extrem flach und man muss schon 300-400 Meter ins Wasser gehen um endlich schwimmen zu können. Bis zum Sonnen-untergang blieben wir am Strand und im Wasser.


Für ein Bierchen (oder 2 ) in der nahe gelegenen Gaststätte war dann immer noch Zeit genug. Mit der Müritz hatten wir den westlichsten Punkt unserer Rundfahrt erreicht, nun ging es langsam zurück zu unserem Zielort Neustrelitz.

Durch den Bolter Kanal ging es am Donnerstag weiter über den wohl schönsten Abschnitt dieser Reise. Die nun folgenden Seen sind allesamt für Motorboote gesperrt und es herrscht eine wundervolle Ruhe. Caarpsee, Woterfitzsee, und Leppinsee bilden den Anfang der Seenkette die uns ein zweites Mal nach Mirow brachten.

Mittagspause haben wir an der Kanustation Granzow gemacht. Hier gab es zwei wichtige Dinge zu erfahren. Der wichtigste Punkt für Uwe war ein letztes Zusammentreffen mit der Fahrerin des Bootes „Küstennebel“. Wir Älteren wollten lieber etwas Essen und so war der Hinweis auf einen Imbissstand gerade das Richtige. Eine Familie mit zwei Kindern war vor uns und gab gerade Ihre Bestellung auf. 4x Pommes, eine Wurst, eine Frikadelle und 2 Flaschen Cola also nichts Besonderes und bei 2 Personen hinter der Theke eigentlich ein Klacks. Diese Annahme erwies sich als großer Irrtum. Es dauerte und dauerte, alles wurde einzeln von irgendwoher geholt. Uns dauerte das zu lange und so sind wir in die Gartenwirtschaft gegenüber gegangen. Dort gab es ein schönes großes Radler welches wir mit Genuss getrunken haben. Nachdem wir bezahlt hatten sind wir noch einmal zum Imbiss gegangen um die Lage zu sondieren. Die Familie die vor uns am Imbiss war, hatte jetzt endlich Alles gewünschte bekommen. Über eine halbe Stunde für diese kleine Bestellung. Dafür waren jetzt ein paar andere Leute vor uns und so sind wir zurück zu den Booten gegangen. Wir setzten unsere Fahrt fort über den Mirowersee zum Zotzensee und dort man Ende des Sees lag unser Campingplatz Peetsch für diese Nacht. Auf dem Campingplatz war es recht voll was in diesem Jahr und bei dem Supersommer nicht verwunderlich ist.


So fanden wir eine kleine Ecke in der wir zwar nicht alle Platz hatten dafür war es aber richtig gemütlich. Abends haben wir uns dann auf den Anlegesteg gesetzt und dort auf den Sonnenuntergang gewartet.

Gut ausgeruht ging es dann auf die vorletzte Etappe über den Mössensee und Vilzsee zur Fleether Mühle. Leider war der gesamte Mühlenkomplex abgebrannt und bot keinen romantischen Anblick. Das Umtragen der Boote ging hier recht zügig voran und schon nach kurzer Zeit waren alle Boote im Kanal auf dem Weg zum Rätzsee. Auch hier gab es ein Lokal aber wie so oft auf dieser Tour nichts zu essen und das so gegen 12:30 Uhr. Der Service in der Gastronomie kann durchaus noch verbessert werden. Weiter ging es über den Rätzsee der für Motorboote gesperrt ist, bis zu einem Anlegeplatz wo wir unsere Mittagspause einlegten.


Ein Teil hat sich mit kochen beschäftigt und andere haben sich gleich im Schatten einem Schläfchen hingegeben.

Anschließend ging es über die Drosedower Bek zum Gobenowsee dem Ziel unserer heutigen Etappe. Auf einer schattenlosen Wiese konnten wir unsere Zelte aufbauen. Das Regiment führte eine sehr resolute Dame, die wegen der allgemeinen Brandgefahr sogar das Rauchen auf den Wegen untersagte.

Unser Raucher Uwe wusste jedoch Rat und zog mit seinen Zigaretten auf Wasser wo er dann eine oder zwei ? rauchen konnte.

Am Samstag Morgen sind wir zeitig aufgestanden und zu unserer letzten und längsten Etappe aufgebrochen. Zunächst ging es über den Klenzsee, einem kleinen Kanal und einem weiteren kleinen See zur Umtragestelle in Wustrow.


Hier müssen die Boote ca. 300 Meter weit umgetragen werden und eine vielbefahrene Strasse überqueret werden. Bootswagen können in einem Haus in der Nähe ausgeliehen werden.


Danach ging es weiter über den einsamen Plätlinsee der für Motorboote gesperrt ist.

Ein landschaftlicher Höhepunkt war dann die Fahrt über die Schwaanhavel, die zu Beginn kaum breiter als 3 m ist. Im weiteren Verlauf wird sie breiter ist aber bis zur Mündung in die Havel sehr urwüchsig mit dichter Bewaldung und umgestürzten Bäumen.


Ab der Einfahrt in die Havel war dann auch wieder auf Motorbootverkehr zu achten. Hier war dann auch der Kreis unserer großen Seenrundfahrt geschlossen. Hinter der Schleuse Wesenberg haben wir dann eine große Pause bei der Kanu Mühle eingelegt. Nach der Pause ging es dann weiter, in umgekehrter Richtung wie am ersten Tag, über den Woblitzsee. Am Ende des Sees ging es dann weiter auf dem Kammerkanal, durch die Schleuse Voßwinkel zum Zierkersee dem letzten See auf dieser Reise. Beim WSV Einheit in Neustrelitz war dann unsere Fahrt beendet. Noch einmal wurden die Zelte aufgebaut und dann ging es ab in die Stadt zum gemeinsamen Abendessen.


Am Sonntag Morgen haben wir gemeinsam gefrühstückt, ein Abschiedsbild machen lassen, die Boote aufgeladen, unser Gepäck verstaut und sind dann getrennt nach Krefeld zurückgefahren. Eine herrliche und harmonische Fahrt war zu Ende und am darauf folgenden Dienstag haben wir am Bootshaus zusammengesessen, die Bilder von der Fahrt uns angeschaut und Pläne für das Jahr 2004 gemacht.


Hintere Reihe v.l. Felix, Volker, Uwe, Jocky und Gosbert
sitzend v. l. Lucas, Lothar und Lukas

Bilder und Text von Lothar Tinnefeld

Die einzelnen Etappen dieser Reise in Stichworten

31.07.03 Donnerstag getrennte Anreise nach Kratzeburg Campingplatz Naturfreunde. am Abend umsetzen der Fahrzeuge zum Kanuclub WSV Einheit in Neustrelitz
01.08.03 Freitag 1. Etappe ca. 22 Km nach Zwenzow Camping
Zwenzower Ufer am großen Labus See
02.08.03 Samstag 2. Etappe ca. 23 Km über Woblitzsee, Havel, Finowsee und großer Priepertsee zum Campingplatz am Ellbogen See
03.08.03 Sonntag 3. Etappe ca. 19 Km zum Campingplatz Schlaborn
Halbinsel am Schlaborn See
04.08.03 Montag 4. Etappe ca. 14 Km ohne Gepäck nach Rheinsberg und zurück
Möglichkeit zum Einkauf oder wandern oder faulenzen oder ...
05.08.03 Dienstag 5. Etappe ca. 23 Km nach Mirow Wasserwandererrastplatz oder Strandgaststätte Mirow

06.08.03 Mittwoch

6. Etappe ca. 21 Km über Müritz-Havel-Kanal und kleine Müritz zum Campingplatz Boltener Kanal an der Müritz
07.08.03 Donnerstag
7. Etappe ca. 21 Km zum Campingplatz Peetsch am Zotzensee
08.08.03 Freitag 8. Etappe ca. 19 Km über Vilzsee, und Rätzsee zum Campingplatz am Gobenowsee
09.08.03 Samstag 9. Etappe ca. 25 Km über Plätlinsee, Schwaanhavel, Woblitzsee und Kammerkanal nach Neustrelitz.
10.08.03 Sonntag getrennte Rückreise zum Bootshaus nach Krefeld


 
 
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