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KANU WANDER CLUB Krefeld e.V. 1950

Fahrt auf dem Mittelrhein vom 17. - 19.September 2004
Unser Wanderwart Uwe hatte ein Tour auf dem Mittelrhein geplant und zwar von St. Goar bis zur Fähre Bad Honnef - Rolandsbogen. Diese Strecke von ca. 100 Km sollte in zwei Tagen abgepaddelt werden. Für die Übernachtung war der Zeltplatz gegenüber der Loreley vorgesehen und in der zweiten Nacht sollte am Rheinufer in der Nähe von Neuwied gezeltet werden. Soweit die Planung, doch es sollte Alles etwas anders ablaufen. Als erstes musste Uwe aus beruflichen Gründen verreisen, einige andere Vereinsmitglieder konnten auch nicht mitfahren und so blieben nur noch Norbert, Wolfgang und ich (Lothar) übrig.
Norbert und Wolfgang hatten schon am Freitag Urlaub und ich konnte ebenfalls 1 Tag Urlaub nehmen. Und so sind wir dann schon am Freitagmorgen um 10:00 Uhr am Bootshaus gestartet. Als wir am Campingplatz in St. Goar ankamen war dieser schon zum bersten voll, denn am Samstag war "Rhein in Flammen". So sind wir weiter nach Oberwesel gefahren. Hier waren auf dem Campingplatz noch genügend Stellplätze frei. Im Schatten der Schönburg und direkt am Ufer des Rheins haben wir dann unsere Zelte aufgebaut.
Den freien Nachmittag haben wir dann genutzt um uns den Ort Oberwesel anzuschauen. In Oberwesel ist fast die gesamte Stadtmauer mit allen Türmen und Toren noch erhalten.
Der Gang über die alten Befestigungsanlagen und das Besteigen der Türme durfte da natürlich nicht fehlen. Von oben hat man einen guten Ausblick auf den Rhein und die Stadt. So erfuhren wir auch, dass es am Abend ein Weinfest gibt, auf dem die umliegenden Weingüter ihre Weine präsentieren.

Ganz in der Ferne konnte man die Rheinpfalz auf der Insel vor Kaub erkennen.
Die Zollburg Pfalzgrafenstein, im Volksmund kurz Pfalz genannt, liegt mitten im Rhein vor Kaub auf einer Felseninsel. Etwa um 1326 ließ König Ludwig von Bayern zur Sicherheit des Zolls und besseren Überwachung der Rheinschifffahrt diesen Zollturm auf der Rheinau bauen, der nach der Erweiterung als "Pfalzgrafenstein" zu Kaubs Wahrzeichen wurde.
Nach dem Rundgang sind wir zurück zum Zeltplatz gegangen und haben unser Abendessen eingenommen. Anschließend sind wir zum Weinfest in Oberwesel gegangen.
Die Stimmung auf dem Fest war noch nicht so toll und auch die Livemusik hatte noch ein wenig Abstimmungsprobleme. Ein Vorteil für uns denn so sind wir zeitig in unsere Zelte gekommen. Am Samstagmorgen war strahlender Sonnenschein und nach dem Frühstück und Packen der Boote ging die Fahrt los. Zur Einstimmung hatten wir kräftige Wellen auf dem Stück zwischen Oberwesel und der Loreley. Hinter dem Loreleyfelsen wurde es dann aber wesentlich ruhiger.
Wir konnten sehen wie die Loreley sich ihr Haar kämmte was uns aber nicht aus der Ruhe brachte und so sind weiter in Richtung St. Goarshausen gepaddelt.
Nach einer Pause in Kamp-Bornhofen sind wir noch über den dort stattfindenden Trödelmarkt gegangen. Und weiter ging die Fahrt in Richtung Boppard.

Hinter Boppard ist das Symbol der UNESCO weit sichtbar an einem Hang in die Landschaft eingearbeitet worden.
Im Jahr 2002 hat die UNESCO das obere Mittelrheintal, eine der großartigsten und ältesten Kulturlandschaften, in die Reihe der Welterbestätten aufgenommen. Von der alten Römerstadt Koblenz bis zur sagenhaften Loreley spannt sich der Bogen der Burgen und Schlösser in den Steillagen der bekannten Rheinweine.
Hinter Boppard in der großen Schleife wird sehr viel Wein angebaut und man glaubt in einer der großen Moselschleifen zu sein. Ein paar Kilometer weiter am Lahnstein ist die Mündung der Lahn. Diese ist schon an anderer Stelle in unseren Fahrtenberichten beschrieben worden.

Kurz vor Koblenz treten die Berge ein wenig zurück vom Rhein und man hat schon von weitem einen Blick auf die Feste Ehrenbreitstein. Gegenüber am Deutschen Eck kommt die Mosel in den Rhein und von hoch oben grüßt das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I.
Wir sind weiter gepaddelt bis kurz vor Neuwied. Als wir einen Kanuten der hier trainierte nach einer Übernachtungsstelle fragten, bot er uns sofort an in seinem Bootshaus zu übernachten. So haben wir die Nacht beim
Neuwieder Wassersport Verein im Bootshaus verbracht. Von hieraus noch mal ganz herzlichen Dank für das Nachtlager. Abends sind noch kurz in die Stadt gegangen und haben uns dort ein Eis gegessen.
In der über dem Bootshaus liegenden Gaststätte haben wir noch einen Gutenachttrunk genommen und sind dann runter auf unsere Liegematten gegangen.

Als wir am Sonntagmorgen das Tor des Bootshauses öffneten sahen wir, dass es in der Nacht ein wenig geregnet hatte. Über dem Rhein hingen tiefe Dunstschleier die sich aber nach und nach auflösten. Kurz darauf kam auch die Sonne durch und es wurde ein schöner sonniger Tag. Beendet haben wir unsere Fahrt in Kripp auf der linken Rheinseite.
Unser vorgesehenes Ziel Bad Honnef haben wir nicht angesteuert denn sonst wäre uns die Rückfahrt zu spät geworden.


Gegenüber Kripp liegt die Stadt Linz von dort gibt es eine gute Bahnverbindung nach Koblenz. Wir haben mit der Fähre übergesetzt und Norbert ist zum Bahnhof gegangen um das Auto nachzuholen.
Wolfgang und ich haben uns dann in aller Ruhe die herrliche Stadt Linz angeschaut in der es noch sehr viele reich verzierte Fachwerkhäuser gibt. Charakteristisch für Linz sind auch die verträumten Winkel und Gassen der Altstadt mit ihren Bürgerhäusern aus fünf Jahrhunderten. Diesen farbenfrohen Fachwerkbauten - oft mit geschnitztem Gebälk reich verziert - verdankt Linz den Beinamen "Die Bunte Stadt am Rhein".
Ein Besuch dieser lebensfrohen Stadt kann ich jedem nur empfehlen.

 
Das Rheintor mit ehemaligem Zollhaus. Hier sind beeindruckende Hochwassermarken an Außen- und Innenseite angebracht. Das Neutor und ein Teil der Neustrasse Beide Fotos : Stadt Linz
Durch das ca. 1329 erbaute Rheintor betraten früher Händler, Handwerker und Schiffer die Stadt. Heute steht es weit offen für die vielen Besucher und Gäste aus aller Welt. Auch wir sind von der Fähre aus durch dieses Tor in die Stadt gegangen.
Beim Gang über den Marktplatz haben wir in einem der Cafes eine Pause eingelegt. Nach etwa 2 Stunden sind wir mit der Fähre zurück zu unseren Booten gefahren. Etwas später kam Norbert mit dem Auto und wir konnten unser Gepäck verladen und den Heimweg antreten. Am späten Nachmittag erreichten wir unser Bootshaus und haben uns von dort auf den Heimweg gemacht.

Lothar

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